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Eine mutige Frau – Teresa von Avila (1515 – 1582) 
„Ich kann mit ihm umgehen wie mit einem Freund, obwohl er doch Herr ist!“

Teresa stammte aus einer christlichen Familie in Avila. Schon als Kind hatte sie den Wunsch, mit Gott im Himmel vereint zu sein. Doch liess sie die Angst nicht los, Gottes nicht würdig zu sein. Das war einer der Beweggründe, warum sie ins Kloster der Karmelitinnen eintrat. Aber auch das bescherte ihr keine dauerhafte Gewissheit, dass sie von Gott angenommen sei. Sie verzweifelte immer wieder daran, dass sie Gott fortwährend enttäuschte.

Eines Tages jedoch machte sie eine tiefgreifende Erfahrung: Ein Bildnis des gekreuzigten Christus erschüttert sie bis ins Mark und zeigte ihr, was Christus erlitten hatte, um sie mit Gott zu versöhnen. Sie fiel betend nieder und gestand Jesus ihre Ohnmacht. „Ich hatte zu mir kaum noch Vertrauen, sondern setzte mein ganzes Vertrauen auf Gott.“ Nun endlich war Teresa bereit, ganz auf Gottes Barmherzigkeit zu bauen. „Wenn ich seine Liebe, die er zu mir hatte, betrachtete, fasste ich wieder Mut…“ In der Folgezeit entdeckte sie ganz neu die innige Gemeinschaft mit Gott im Gebet und beim Lesen der Bibel. Ihre Beziehung zu Christus wurde für sie eine Herzensangelegenheit, die Freundschaft zu ihm ihr Lebenselixir. Früchte erwuchsen nun aus der Liebe zu ihrem Herrn und nicht aus Angst vor Strafe: Sie gründete den asketischen Orden der „unbeschuhten Karmelitinnen“. Die Kirche sollte wieder zu Armut und Einfachheit zurückkehren und alle Energie auf die Liebe zu Gott und zum Nächsten verwenden. So gründete Teresa weitere Frauenklöster und zusammen mit Johannes vom Kreuz sogar zwei Männerklöster.

Teresa-von-Avila

Der Karmel ist heute zu einer weltweiten Ordensfamilie angewachsen. Die Aufgaben reichen von Kontemplation und Gebet bis hin zu Krankenpflege, Erziehungs- und Schuldienst und Mission. Teresa hat auf ihre Weise mit ihren Gaben und an ihrem Ort reformatorische Ideale umzusetzen versucht. Wie Luther ging es ihr um die Vertiefung des christlichen Lebens im Gegensatz zu einer oberflächlichen Ausübung religiöser Praktiken. Der evangelische Theologe Jürgen Moltmann schrieb über sie: „Was sie in Wirklichkeit war, lässt sich mit dem Ausdruck <Hauptfigur der katholischen Reform> bezeichnen. In der Notwendigkeit der gründlichen Reform der Kirche war sich Teresa mit den Reformatoren ganz einig.“

Auszug aus dem Buch: Gesichter und Geschichten der Reformation. 366 Lebensbilder aus allen Epochen. 


Luther war der erste Rapper!  (von Andi Dubach, Juni 2017)
Wie Luther die Deutsche Sprache schuf.

Martin Luther wollte, dass „die Mutter im Haus, die Kinder auf der Gasse und der einfache Mann“ die Bibel lesen und verstehen konnten. „Wenn wir glauben könnten, dass in der Heiligen Schrift Gott selbst zu uns spricht, dann würden wir eifriger darin lesen und wären sicher, dass hier unser Lebensglück geschmiedet wird.“1 Da es zu seiner Zeit noch keine einheitliche deutsche Sprache gab, sondern nur regionale Dialekte, verwendete er die sächsische Kanzleisprache. Für viele biblische Begriffe gab es keine Entsprechungen, sodass er neue Wörter und Redewendungen kreierte, um die Bibeltexte nachvollziehbar zu machen. Also schuf Luther neue Worte wie: „Morgenland, Feuereifer, Herzenslust, Menschenfischer, Übeltäter, Teufelswerk, Otterngezücht und Schädelstätte.“ Luther entwickelte auf Grund der griechischen bzw. hebräischen Sprache auch die theologische Fachsprache, wie z.B. „Evangelium, Testament, Psalm, Apostel, Prophet.“ Die Formulierungen gelangen so eingängig, dass wir heute noch Redewendungen von Luther gebrauchen, und dass Goethe und Schiller das Nachsehen haben, z.B.: „Die Perlen vor die Säue werfen“ oder „Ein Dorn im Auge“, „Ein Buch mit sieben Siegeln“, „Ein Herz und eine Seele“.
In der Abgeschiedenheit auf der Wartburg übersetzte Martin Luther in nur elf Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche, zwölf Seiten pro Tag.
Eine weitere Fertigkeit des Sprachkünstlers war, den Rhythmus und die Klangfarbe der Worte zu nutzen, so z.B. mit dem eindringlichen Stabreim: „zittern und zagen“, oder „Lasst das Licht leuchten vor den Leuten“, „dein Stecken und Stab“. Wenn davon erzählt wird, dass durch die Geburt von Jesus das Licht in eine dunkle Welt kam, kann er gar nicht genug „i“ verwenden, die einen hellen Klang von sich geben: „Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.“


Luthers Sprache gelang in alle Munde. Sie wurde zur gemeinsamen Grundlage für die Deutschen und prägte auch die Sprache unserer Schweiz. Die Lutherbibel wurde im Schulunterricht eingesetzt. Mit ihr lernte man die Sprache, und Martin Luther ging unter die grossen Denker und Dichter der Welt ein.

1Mayer, Hans; Martin Luther. Leben und Glaube, Gütersloh 1982, S. 110.

Wie verstand Martin Luther die Bibel? Wieso Christ vor der Schrift kommt.
 (von Andi Dubach, Mai 2017)

„Allein die Schrift“ – diesem reformatorischen Grundsatz verdankt die Christenheit unendlich viel. Doch was verstand Martin Luther damit?
Die Bibel ist einer stetigen Offenbarung unterworfen. Mit der Auserwählung von Israel und den Propheten offenbart Gott im Laufe der Geschichte immer deutlicher seinen Willen. Diese stetige Offenbarung kommt mit Christus zu einem Höhepunkt. Er ist das Ebenbild Gottes, das Selfie Gottes!

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Es geht Luther nicht um eine wortwörtliche Befolgung der Vorschriften des Alten Testamentes oder um eine buchstäbliche Anwendung des Neuen Testamentes. Nein, das Wort Gottes ist interpretationsbedürftig! Doch alles muss durch Jesus und an seiner Lehre, seinem Leben, seinem Sterben und Auferstehen geprüft werden. „Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.“ 2. Kor 3,6. Es gab in der Theologiegeschichte eine Strömung, welche behauptete, dass jede Vokabel der Bibel irrtumslos und widerspruchsfrei verbalinspiriert, also von Gott diktiert wurde. Diesen Leuten würde Luther heute entgegenhalten und sagen: „Pass auf, dass du aus Christus keinen Moses machst, aus dem Evangelium kein Gesetzbuch, wie es bisher immer geschehen ist.“1
Bei Luther entdecken wir einerseits eine „heilige“ Ehrfurcht vor dem Text, andererseits auch eine unbekümmerte Freiheit. Die Bibel bleibt beides: ein Gottes- und ein Menschen-Werk. Darum revidierte Luther bis zu seinem Tod unaufhaltsam seine Bibelübersetzungen, weil er eifrig bemüht war, das Wort Gottes noch präziser zu übersetzen um es für die Menschen noch zugänglicher zu machen. Zusammengefasst könnte man sein Bibelverständnis so formulieren: Er sah und interpretierte die Bibel durch Christus hindurch. Wo Luther zwischen der Bibel und Christus einen Widerspruch sah, entschied er sich für Christus.

1Mayer, Hans; Martin Luther. Leben und Glaube, Gütersloh 1982, S. 112

Sex tut jeder Ehe gut! (von Andi Dubach, April 2017)

Denn sowenig man sich dem Essen und Trinken entziehen kann, so kann man sich nicht den Frauen entziehen, stellt Luther fest. Weiter behauptet Luther, nicht das Kloster sei die von Gott verordnete christliche Charakterschule, sondern die Familie. Nicht das Zölibat sei der normale Plan Gottes für den Menschen, sondern die Ehe.

Die Geringschätzung der Ehe war weitverbreitet. Das Zölibat wurde zu einer Falle des Teufels, um Priester und Mönche zur Sünde zu verlocken, wie Luther es nannte. Unmittelbar auf Luthers biblische Lehre über die Ehe, steigen viele Priester aus dem Zölibat aus und heirateten. Darunter war auch Luthers Vorgesetzter, Andreas Klarstadt, ein geachteter Lehrer, der mit einem Buch öffentlich Stellung bezog und sich gegen das Zölibat und für die Ehe aussprach.

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Drei Jahre nach der Veröffentlichung der Schrift „Vom ehelichen Leben“ heiratete Luther mit 42 Jahren die 26-jährige Nonne Katharina von Bora.  Es heisst: nicht aus Liebe, sondern weil er selbst tun wollte, was er ge- predigt hatte – und um Teufel und Papst zu ärgern. Es war eine Vernunftehe, in der sich die Liebe, die Zuneigung zwischen den Ehepartnern im Lauf der Zeit entwickelte und sechs Kinder daraus erwuchsen. Luther liess das leibfeindliche und asketische Leben hinter sich und benannte die Lehre, welche die Ehe als geistlich minderwertig bezeichnete, als „Lehre der Dämonen.“ Luther und andere Reformatoren wurden zu Heiratsvermittlern, indem sie ihren Mönchsbrüdern die Nonnen vermittelten, welche sich der neuen Lehre anschlossen. Luthers Bibelauslegung leerte die Klöster nach und nach und füllte die Pfarrhäuser mit Leben. „Sie trug auch wesentlich dazu bei, dass im Unterschied zu den katholischen Ländern die protestantischen Länder wirtschaftlich schneller vorankamen und Demokratien auf dem Gleichheitsprinzip aufbauten,“ hält Vishal Mangalwadi im Buch „Buch der Mitte“ fest.

Luther begann offen und ehrlich über Sexualität zu reden und zu schreiben und gewann das Vertrauen von unzähligen Menschen. So wandten sich viele mit ihren Fragen um Ehe, Liebe und Sexualität an ihn. Auf eine Frage, wie oft man seinen ehelichen Pflichten nachkommen solle, antwortete er „In der Woche zwier, schaden weder ihm noch ihr, macht im Jahre hundertvier“. Würden wir mehr auf Fernsehen, Internet oder andere Zeitfresser verzichten, käme es in unseren Ehen auch mehr zu Sex und den dazugehörigen Raum des Austausches. Ich mache allen Ehepaaren Mut, sich ihre Zeiten der Gemeinsamkeit zu nehmen, auch wenn es manchmal mit Aufwand verbunden ist; es wird sich mehr als auszahlen!

Der Historiker Roland Bainton schrieb: „Luther, der selbst heiratete, um sich auf diese Weise zu seinem Glauben zu bekennen, prägte wie kein anderer den Ton im deutschen (und allgemein im protestantischen) häuslichen Leben der nächsten vier Jahrhunderte.“


Die Musik unters Volk bringen (von Andi Dubach, März 2017)

Nach dem Vorbild Jesu und seiner Apostel sang man in der frühen Kirche während des Gottesdienstes sehr viel gemeinsam. Im 5. Jh. forderte der Kirchenvater Hieronymus die Priester auf, das Singen zu übernehmen. Von da an bis zur Zeit Luthers spielte das gemeinsame Singen und Musizieren jedoch kaum noch eine Rolle. Zudem wurde auf Latein gesungen, was kaum jemand verstand, so dass überwiegend die Priester Gebet und Gesang übernahmen. Luther entdeckte das im Neuen Testament verankerte Priestertum aller Gläubigen wieder. Er verstand den Glauben als eine lebendige Beziehung zu jemandem, für den es sich zu sterben lohnte, einer Liebesbeziehung, die man in Liedern besingen konnte. Luthers grosse Begeisterung für die Bibel lag massgeblich in ihrer Lehre begründet, dass der Mensch nichts tun kann und nichts zu tun braucht, um Gottes Liebe zu erfahren. Von nun an war es Aufgabe der Gemeinde, Gott durch Gebet und Gesang anzubeten.

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Luthers Kirchenlieder bildeten zusammen mit der Bibel fortan das Herzstück der westlichen Kultur. Luther siedelte die Musik im Zentrum von Gottesdienst und Lehrplan an. „Ein Schulmeister (Lehrer) muss singen können, sonst sehe ich ihn nicht an.“ Aber noch viel wichtiger war, dass seine Lieder im Alltag gesungen wurden und zur Volksmusik wurden. So trug sein Liedgut ganz entscheidend zur Verbreitung der Reformation bei. Im evangelischen Gesangsbuch von 1995 finden sich darin noch immer 33 Lieder von Martin Luther. Eines, das uns bekannt sein könnte, ist: „Eine feste Burg ist unser Gott.“

Luther war überzeugt: „Gott hat den Menschen geschaffen, damit dieser ihn ehrt und erhebt“. Inspiriert von seiner Überzeugung vom Priestertum aller Gläubigen, begann der Reformator, Choräle in Deutsch zu schreiben und brachte die Musik ins Herz und auf die Lippen von Adligen und ärmsten Kleinbauern. Später liessen sich grosse Künstler wie Johann Sebastian Bach oder Heinrich Schütz von Luther prägen, deren Musik ohne ihn kaum vorstellbar wären.

Der Kirchenlehrer Augustinus sagte; „Wer singt, betet doppelt!“

Mehr zum Thema, Luther und Musik: Martin Luther Vater der Lieder


Eine neue Reformation ist nötig! (von Andi Dubach, Februar 2017)

Brauchen wir einen neuen Martin Luther? Wer verhilft uns zu einem neuen Aufbruch der Kirche? Auf diese Frage gibt es eine Antwort: Wir brauchen Millionen von reformierten Herzen! Menschen, die die Barmherzigkeit verkörpern, verleiblichen und somit Kirche zu einem „glühenden Backofen“ (Luther) der Liebe Gottes machen. „Kirche verändert sich nur, wenn die Menschen sich verändern, die sie repräsentieren“, sagt der Theologe Jürgen Mette und erklärt in vier Schritten, wie das gehen kann:

  1. Wir leben von der Gnade! Unser Leben bleibt trotz aller Mühe um ein vorbildliches Zeugnis ein ungedeckter Fehlbetrag, der nur durch die Gnade gelöscht werden kann. Ich bin aus Gnade entschuldet worden. Wer aus Gnade lernt zu leben, kann erst barmherzig werden. Wenn die Kirche nicht der barmherzigste Ort auf Erden ist, wer soll es dann sein, wenn nicht Gottes Bodenpersonal?!
  2. Wir leben mit der Bibel! Gottes Wort nährt und baut auf, reinigt und heilt unsere Werte und Beziehungen. Hier wünsche ich mir, dass wir noch viel mehr das Lesen der Bibel in Gemeinschaft entdecken dürfen. Jemand sagte; „Das Wort Gottes kommt erst in der Gemeinschaft zum Klingen!“ Wieso nicht im Hauskreis den Römerbrief durchlesen?
  3. Wir leben im Glauben! Glaube bleibt immer ein Wagnis und wir werden nie über alle Zweifel erhaben sein, aber der Glaube schenkt Ruhe und Geborgenheit, sogar über den Tod hinaus.
  4. Wir folgen Christus! Sein Leben ist unser Vorbild. Sein Sterben und Auferstehen schenkt uns Orientierung und Trost auch in Krisen. Sein Wesen ist Liebe, er hat uns erkauft aus lauter Gnade. Wir dienen ihm in Dankbarkeit und können nicht mehr von dem schweigen, was er in unserem Leben tut. So durchdringt Christus unser Leben und unsere Gesellschaft.

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Was ist Freiheit? (von Andi Dubach, Januar 2017)

Wenn die Bibel von Freiheit spricht, dann ist das nicht immer die Freiheit, die wir verstehen. Auch für Luther war der Begriff ganz anders gefüllt als für uns heute. Wir verstehen unter Freiheit oft Bindungslosigkeit. Zur Zeit von Luther gab es noch keine Gewissens- und Religionsfreiheit. Kirche und Staat wuchsen zu einer untrennbaren Monopolstellung heran und unterdrückten die Menschen. Die Priester sollten zwischen Gott und den Menschen Mittler sein.

Was heute für uns selbstverständlich ist, dass jeder zu Gott sprechen kann, war damals vor 500 Jahren die Aufgabe der Priester. Durch den Römerbrief entdeckte Martin Luther eine geistige Freiheit, eigentlich die Gewissensfreiheit, dass jeder Mensch sich vor Gott selbst verantworten muss. Es war damals eine grosse theologische Leistung, dass der Einzelne persönlich mit Gott sprechen kann.

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Luther verstand unter Freiheit, dass jeder seine Bindung selbst erkennen kann. So sah er sich der Heiligen Schrift gegenüber gebunden, die er und auch andere selbst lesen und auslegen durften. Hier kam er dann in die Teufelsküche. Die Kirche wollte die Hoheit über die Auslegung der Bibel behalten, und für diese Freiheit riskierte Martin Luther sein Leben. Dr. Michael Kunze fasst die von Luther entdeckte Freiheit so zusammen: „Die Freiheit liegt nicht in der Bindungslosigkeit, sondern in der Eigenverantwortung.“  Indem Luther sein von der Bibel geprägtes Gewissen über die weltliche und kirchliche Autorität stellte, sagte erstmals ein Mensch im Mittelalter: „Es gibt Religions- und Gewissensfreiheit für alle, Wissenschaftsfreiheit, aber auch Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit.“ Oder wie Zwingli schrieb 1523: „Wo der gloub ist, da ist fryheit.“

Martin Luther hat zwei Thesen aufgesetzt, die lauten: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ (Von der Freiheit eines Christenmenschen)


Kirche im Wandel … (von Andi Dubach, Dezember 2016)

Im neuen Jahr werden uns Männer und Frauen der Reformation begegnen. Mit grossem Erfolg füllt zur Zeit das Luther Pop-Oratorium die grössten Hallen Deutschlands. Im Reformationsjahr geht es bei weitem nicht nur um Martin Luther. Neben Namen wie Zwingli oder Calvin gab es auch viele Frauen. Es gab Täuferinnen, Buchdruckerinnen, Adlige, Schriftstellerinnen, die ihr Leben aufs Spiel setzten. Es waren Männer und Frauen, die damals entzündet waren und mit Haut und Haaren, in Schriften, Worten und Taten, ja mit dem eigenen Leben um die Erneuerung der Kirche kämpften. Nicht um Trennung ging es ihnen, sondern darum, das ganze Licht der Gnade, die ganze Kraft des Glaubens, die ganze Klarheit der Heiligen Schrift und die ganze Fülle von Jesus Christus wieder ins Zentrum zu stellen. Sie standen auf den Schultern von unzähligen Menschen, die Jahrzehnte zuvor sich ebenso leidenschaftlich für Gott einsetzten. Sie achteten auf die Wegweisung der Apostel und der frühen Kirche. Doch sie blieben nicht in der Vergangenheit kleben und in Traditionen stecken. Vielmehr nahmen sie ihre eigene Zeit mit ihren Fragen und Nöten bewusst war setzten sich damit auseinander. Wenige Aufbrüche haben die Kirche und die Welt so sehr bewegt wie die Reformation vor fünfhundert Jahren. Diese epochale Wende veränderte das Verständnis des Evangeliums für alle Zeiten.

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Reformation ist niemals ein Augenblicksgeschehen. Die einmal erneuerte Kirche muss sich immer wieder erneuern. „Wer will, dass die Kirche bleibt, wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt“, sagt ein vielzitierter Satz, der in der Theorie schnell bejaht und in der Praxis buchstabiert wird. Auch als Kirche Bild brauchen wir Veränderungen. „Kirche verändert sich nur, wenn Menschen sich verändern, die sie repräsentieren.“ Also beginnt es bei mir.


 Jede zählt… (von Andi Dubach, September 2016)

Einst fragte die Tannenmeise ihre Freundin, die Wildtaube: „Sag mir, was eine Schneeflocke wiegt.“ „Nicht mehr als ein Nichts“, antwortet die Wildtaube.

„Dann lass mich dir eine wunderbare Geschichte erzählen.“ sagte da die Meise. „Ich saß eines Tages auf einem dicken Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing. Es schneite nicht heftig, sondern ganz sanft und zart, ohne Schwere. Da ich gerade nichts Besseres zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und auf die Nadeln des Astes fielen und darauf hängen blieben. Es waren exakt dreimillionen-siebenhundert-einundvierzigtausend-neunhundert-zweiundfünfzig Schneeflocken, die ich zählte. Und als die letzte der dreimillionen-siebenhundert-einundvierzigtausend-neunhundert-dreiundfünfzig Schneeflocken leise und sanft niederfiel, die nicht mehr wog als ein Nichts, brach der starke, dicke Ast der Fichte ab.“ Damit flog die Meise davon.

Die Taube sagte zu sich nach kurzem Nachdenken: „Es kommt wohl auf jede Schneeflocke an; und schon sieht die Welt anders aus!“

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Meine geistliche Heimat (von Andi Dubach, Juni 2016)

Die überaus dynamische Bewegung der ersten Christen wurde „gezeugt“ durch die damalige Gemeinschaft von Jesus mit seinen 12 Jüngern. Dies war der neue Schlauch, durch den der neue Wein floss. Einer der wesentlichsten Aufträge der Kirche ist es, als Gemeinschaft zu funktionieren. In der kleinen, vertrauten Gruppe dient man einander mit seinen Gaben, betet miteinander, empfängt Ermutigung, Trost und Korrektur. Dort sollen Spass und Trauer ihren Raum finden. Kurz: Hier teilen wir unser Leben miteinander und werden nahbar für Menschen, die Jesus noch nicht kennen.

Der Sonntags-Gottesdienst kann den Menschen auf die Dauer keine geistliche Heimat bieten, weil er zu gross und zu unverbindlich ist. Er dient zur Inspiration, erweitert den Erfahrungsraum der Kleingruppe und bietet neue Gelegenheiten, seine Gaben einzubringen, Entlastung zu erleben, Freunde zu treffen und Gemeinschaft zu haben. Der Sonntags-Gottesdienst wird getragen von gesunden Zellen, Familien, Kleingruppen, Hauskreisen oder Zweierschaften, nicht umgekehrt. Es liegt ein faszinierendes Heilungs- und Wachstumspotenzial in Kleingruppen und Hausgemeinschaften. Wenn Menschen in solchen geistlichen Familien eingebunden sind, kann eine Gemeinde gesund wachsen und ihr volles Potential entfalten.
Gemeinschaft


Taufe – mach die Sache komplett! (von Andi Dubach, April 2016)
Eine Station auf dem Weg mit Jesus ist die Taufe. Das Fest der Taufe markiert einen ersten Höhepunkt des neuen Lebens mit Jesus. Hier wird der Glaube öffentlich. So wie ein gesundes Baby nach der Geburt schreit, so gehört zur geistlichen Neugeburt das öffentliche Bekennen; „Ich gehöre Jesus.“ Die Taufe gehört zur geistlichen Grunderfahrung und ist wichtig für das weitere Wachstum als Christ. Es ist ähnlich wie mit dem Kuchenbacken: Der Kuchen gelingt nur, wenn alle Zutaten verwendet werden, die im Rezept vorgesehen sind. Lässt man eine Zutat weg, wird das Ergebnis dem Kuchen vielleicht ähnlich sein, aber es ist nicht der Kuchen, wie er gedacht war.

Am 28. August findet unser nächstes Tauffest statt. Wer sich mit der Taufe auseinandersetzt, darf sich bis Ende Mai gerne unverbindlich bei mir melden. Die Erfahrung zeigt, dass es gut ist, wenn wir vor der Taufe Zeit haben, um theologische-, kirchliche- sowie auch Lebensfragen zu klären. Es ist auch eine gewinnbringende Erfahrung, wenn wir diese Fragen weitgehend auch als Gruppe bedenken können. Darum versuche ich alle Interessierten für 2-3 Treffen zusammenzunehmen. Deshalb melde dich heute noch bei mir an… die erste Anmeldung zur Taufe habe ich bereits erhalten!!!


Nimm dir ein Stück Freiheit (von Andi Dubach, Januar 2016)

Gönne dir einen Verzicht zu Gunsten des Gebets, der Zeit mit Gott und der Gemeinschaft mit anderen Christen.
Fasten soll helfen, Zeit für Gott zu gewinnen. Bete und prüfe vor Gott, bevor die 40 Tage beginnen, in welchem Mass du auf etwas verzichten willst, z. B. auf eine Mahlzeit pro Tag, auf Fernsehen, Bücher oder andere Medien, auf Hobbys oder andere Aktivitäten, um die gewonnene Zeit zum Beten zur Verfügung zu haben.

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Als Familie lässt sich das Thema des lohnend Verzichts gut thematisieren. Es gilt den Grundsatz, lieber auf etwas „kleines“ zu verzichten und dafür Erfolgreich zu sein, als etwas, was man nicht durchziehen kann. Ob es nun eine Fernsehsendung ist einmal die Woche, oder ob es den Verzicht von Süssigkeiten während einer Woche ist, prüfe und probiere.

 Zur geistlichen Begleitung dieser 40 Tage empfehle ich dir die Fastenbroschüre zu benützen. Auch zum Downloaden erhältlich Gebet und Fasten


Gespräch mit Marcel Stoob (Von Andi Dubach, September 15)

Marcel Stoob ist einer, der den Traum eines jeden Kindes, das sich für Fussball begeistert, gehabt hat: Nämlich, als Profifussballer in der ganzen Welt zu spielen. Ein Traum, der in Erfüllung ging, denn bereits mit 18 Jahren unterschrieb Marcel Stoob einen Profivertrag beim FC Zürich. Seite an Seite spielte er mit Alain Sutter, Stéphane Chapuisat und Jörg Stiel in der Junioren-Nationalmannschaft. 

Vorbildliche Schusshaltung: Marcel Stoob bei seinem fussballerischen Einsatz in Tadschikistan

Frage an Marcel: Wie verlief deine Karriere weiter als Fussballprofi?

Probleme mit meiner Achillessehne machten mir immer mehr zu schaffen. Während Alain Sutter damals mit GC Meister wurde, zerbröckelte mein grosser Traum eines Fussballprofis langsam, und ich musste vom Profifussball zurücktreten.

Was war das für ein Gefühl? 

Ich fühlte mich am Ende meines Lebens. Ich hatte keinen Plan im Sack und begann dann eine Lehre als Krankenpfleger.

Wie schwer fiel dir diese Umstellung? 

Zuerst verstand ich mich selbst nicht. Heute sehe ich darin viel Gutes. Durch den Impuls einer Arbeitskollegin begann ich trotz inneren Widerständen in der Bibel zu lesen. Zu meinem grossen Erstaunen entdeckte ich, dass Gott meine Situation kannte und mir auf meine vielen Fragen antwortete. Ich fühlte mich plötzlich von Gott getragen.

Was war mit deinem Traum, als Fussballprofi in der ganzen Welt zu spielen? 

Dieser Traum hat sich erfüllt, einfach ganz anders, als ich es mir damals vorgestellt habe. Angefangen hat es in Rumänien. Ich durfte jemanden begleiten, der dort ein Spital aufbaute, und so kam ich auf die Idee, dort mit den Kindern Fussball zu spielen.

Inzwischen warst du in unzähligen Ländern und hast verschiedene Fussballschulen gegründet! 

Ich war in Ländern, die ich vorher nicht einmal mit Namen kannte. Einmal konnte ich im grössten Gefängnis von Europa ein Fussball Turnier organisieren und erlebte, wie verschiedenste Nationen friedlich gegeneinander spielten und viel Spass hatten. So erfüllte sich mein Kindheitstraum!

Dein Leben verlief ja nicht einfach besser, nur weil du jetzt an Gott glaubtest. 

Nein, meine damalige Frau erkrankte an Krebs. Schliesslich starb sie. Aber gerade in dieser extrem schmerzvollen Zeit erlebte ich die Fürsorge und Kraft von Jesus, so, dass ich nicht verzweifelte und ihm weiter vertraute.

Heute bist du wieder verheiratet, und ihr habt drei Kinder. 

Ich war für längere Zeit in Mexiko tätig, gründete dort Fussballschulen und bildete Trainer aus. In dieser Zeit lernte ich auch meine jetzige Frau kennen.

Was würdest du der heutigen Jugend mit auf den Weg geben? 

Es gibt immer jemanden der an dich glaubt. Du kannst einen Traum haben wie ich, der vielleicht zerplatzt. Doch das muss nicht das Ende sein. Mir hat das Vertrauen in Gott geholfen. Darauf baue ich heute noch.

Danke für das Interview.



Marcel Stoob mit seiner Familie


Nahe bei Dir! (Andi Dubach, 15. August 2015)

Wenn Gott nicht so handelt, wie wir es uns vorgestellt haben, wie reagieren wir? Im Buch Ruth lesen wir von Elimelech und seiner Familie, wie sie vor einer Herausforderung davonlaufen. Sie sind enttäuscht von Gott, enttäuscht von dem Ort, an dem sie mit anderen Gläubigen früher Gott erlebt und angebetet haben. Sie kehren Gott den Rücken zu. Wie reagieren wir in Herausforderungen, Schwierigkeiten oder Versuchungen? 

Ruth_InputserieElimelech entzieht sich seiner Verantwortung. Er packt seine sieben Sachen und verschwindet mit seiner Familie ins benachbarte heidnische Moabiter-Land, wo es keine Hungersnot gib. Ihre Felder sind grün und Frucht tragend. Anstatt in seinem Land zu bleiben und danach zu trachten, zusammen mit seinen Mitmenschen mit Gott in Ordnung zu kommen, macht er sich aus dem Staub. Spätestens hier können wir uns selbst fragen, wie hätten wir reagiert? Und wie sieht es heute in meinem Leben aus?

Die Hungersnot kann symbolisch für vieles stehen. Sei es für eine Krankheit, einen Konflikt oder Arbeitslosigkeit. Sie kann auch für eine geistliche Hungersnot stehen. Wenn wir Gottes Wort nicht mehr lesen und sein Reden nicht mehr hören, Jesus gegenüber keine Dankbarkeit mehr verspüren und die Freude am Christsein verloren gegangen ist. Dann sind wir definitiv auch in einer Hungersnot angekommen. Wir stillen die Bedürfnisse unseres Lebens mit vielen anderen Dingen, die uns scheinbar erfüllen aber langfristig nicht sättigen. Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber seine Seele dabei verliert? Lass uns zurück kehren ins „Brot-Haus“ (Bethlehem), dorthin, wo nachhaltige Versorgung und Freude uns versprochen ist.

Link zum Thema Ruth…


Tauffest (Andi Dubach, 5. August 2015)

Überall, wo im Neuen Testament die Taufe erwähnt wird, ist auch vom Heiligen Geist die Rede. Die Taufe hat eine wunderbare Verheissung, wenn sie Ausdruck einer Lebensumkehr ist. „So werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen!“ (Apg.2,38)

Gott bekennt sich zur Umkehr und Hingabe unseres Lebens. Als Jesus von Johannes dem Täufer gefragt wurde, warum ausgerechnet er sich taufen lassen wolle, er hätte es doch als am wenigsten nötig, da antwortete Jesus, dass er den Willen Gottes tun wolle. Und als er sich dann taufen liess, kam der Geist Gottes auf ihn. Nicht, dass er nicht schon den Heiligen Geist gehabt hätte, er war ja vom Heiligen Geist gezeugt worden. Aber als er sich so Gott hingab, kam der Heilige Geist auf ihn und rüstete ihn aus zu dem Werk, zu dem Gott ihn berufen hatte.

Zum Tauffest…

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